kleine Genetiklehre

Genetik ist prinzipiell eine feststehende Angelegenheit, die Genetik des Königspython ist allerdings immer wieder für Überaschungen gut und verblüfft mit vielen Erscheinungen, mit denen vorher nicht im Ansatz gerechnet wurde. Dieses Thema jetzt allerdings weiter zu verteifen und zu diskutieren ist zu tiefgründig für die "KLEINE" Genetiklehre.

Ich möchte mich auf diesem Bereich meiner Homepage besonders mit den Unterschieden der Vererbungsgänge "Rezessiv" und "(Co-)Dominant" befassen und werde versuchen sie so klar und deutlich wie möglich zu vermitteln.

(Co-)Dominanter Vererbungsgang

Bei Co-Dominanter Vererbung, wie der Name schon sagt, spielt die Dominanz des Gens eine wichtige Rolle,
es hat die Möglichkeit, sich sichtlich weiter zu vererben, das heisst ein bestimmtes optisches Merkmal wird über die Genetik,
ebenfalls ersichtlich an die direkte Folgegeneration weiter vererbt. Dies muss allerdings nicht geschehen, nehmen wir das Beispiel des Co-Dominanten Pastel Königspythons, verpaart mit einem Wildfarbenen Tier.

Pastel, bestehend aus zwei Chromosomensätzen, P=Pastel und N=Normal
x
Normal, ebenfalls bestehend aus zwei Chromosomensätzen, N=Normal und N=Normal

x
P
N
N
PN
NN
N
PN
NN

Um es deutlich zu veranschaulichen nehmen wir an, es gibt bei der Verpaarung ein Gelege mit 4 Eiern, dann sollten
(nur statistische Ergebnisse) 2 Pastels (PN) und 2 Normal farbene Tiere (NN) schlüpfen.

Da das Pastel Gen sich Co-Dominant vererbt ist es bereits in der ersten Generation reproduzierbar.
Die Tiere, die aus diesem Gelege als Pastel hervorgehen sind sofort offensichtliche Genträger des Gens.
Die Tiere, die allerdings nicht als Genträger zu erkennen sind, sind auch keine und haben das Pastelgen verloren, es ist über sie nicht möglich besagtes Gen zurück zu kreutzen.

 

Dominanter Vererbungsgang

Dominante Genetik ist im Grunde die "Superform" der Co-Dominanz, bleiben wir also beim Beispiel des Pastel Königspython. Das optische Merkmal dieser Mutation ist ein offensichtlich aufgehelltes Tier mit deutlicher gelber Grundfarbe, was passiert nun wenn man einen Pastel wiederum mit einem Pastel verpaart?

Pastel, P=Pastel und N=Normal
x
Pastel, P=Pastel und N=Normal

x
P
N
P
PP
PN
N
PN
NN

Aus dieser Verpaarung schlüpfen also statistisch 25%Superpastels, 50%Pastel und 25%Normal gefärbte Tiere.
Der Superpastel ist die Dominante Form des Pastel, wird dieser mit einem Normalgefärbten Tier verpaarte, so sollten alle Nachkommen Pastels sein.

Superpastel, P=Pastel und P=Pastel
x
Normal, N=Normal und N=Normal

x
P
P
N
PN
PN
N
PN
PN

Alle Schlüpflinge aus dieser Verpaarung sind Pastels!

Ersetzt man das normalgefärbte Tier durch einen Pastel, so sollten die Schlüpflinge,
wieder rein statistisch, 50% Pastel und 50% Superpastels sein:

Superpastel, P=Pastel und P=Pastel
x
Pastel, P=Pastel und N=Normal

x
P
P
P
PP
PP
N
PN
PN

Verpaart man nun zwei Superpastels mit einander sind alle Nachkommen Superpastels.

Superpastel, P=Pastel und P=Pastel
x
Superpastel, P=Pastel und P=Pastel

x
P
P
P
PP
PP
P
PP
PP

 

Rezessiver Vererbungsgang

Im Vergleich zur Co-Dominanz ist es schwerer rezessive Genetik zu reproduzieren.
Denn anders als bei der Co-Dominanz muss ein Genträger einer rezessiv vererbten Mutation nicht klar ersichtlich als Genträger sein. Man spricht in solchen Fällen von heterozygoten Tieren, die zwar in einem Chromosomensatz das rezessive Gen tragen, im anderen aber nicht. Bei rezessiver Vererbung, reicht allerdings nicht nur ein mutierter Chromosomensatz, beide müssen die Mutationsinformationen beinhalten, um eine optisch sichtbare Mutation hervor zu bringen.
Hier als Beispiel Albino (rezessiv) verpaart mit einem Normalfarbenen Tier.

Albino, bestehend aus zwei Chromosomensätzen, A=Albino und A=Albino
x
Normal,
ebenfalls bestehend aus zwei Chromosomensätzen, N=Normal und N=Normal

x
A
A
N
NA
NA
N
NA
NA

In diesem Fall handelt es sich um ausschliesslich Normal gefärbte Nachzuchten, jeweils mit der Veranlagung für Albino. Kein Tier wird allerdings aussehen wie ein Albino. Verpaart man nun allerdings ein Tier der NA Gruppe mit einem Albino, so besteht die Möglichkeit der Reproduktion des offensichtlichen Albinos.

AA= Albino
x
NA= Normal het Albino (heterozygot)

x
A
A
N
NA
NA
A
AA
AA

50% des Geleges sollten nun also offensichtliche Albinos sein, die restlichen 50% ergeben wiederum het Albinos, die oben beschrieben sind. Diese Verpaarung ist aber nicht die einzige Möglichkeit, offensichtlich rezessive Veranlagungen zu reproduzieren. Wenn man zwei het Albinos mit einander verpaart, können obwohl keines der Elterntiere ein offensichtlicher Albino ist, Albinos schlüpfen.

NA= Normal het Albino
x
NA= Normal het Albino

x
N
A
N
NN
NA
A
NA
AA

Das Ergebnis dieses Geleges sind nun also 25% Normalfarbene Tiere, die nicht einmal mehr het Albinos sind. Des weiteren ergibt diese Verpaarung 50% Normalfarbene heterozygote Tiere für das Albinogen und tatsächlich sind statistisch 25% dieser Verpaarung Albinos!!!!! Das Problem bei reinen het Verpaarungen ist, dass man nicht definieren kann, ob und wenn ja, welche der Tiere tatsächlich heterozygot für das Albinogen sind. Aus diesem Grund spricht man bei den normalfarbenen Tieren aus einer solchen Verpaarung von 66%poss.het Albinos, also die Wahrscheinlichkeit, das ein Tier heterozygot ist, beträgt 66% also 2/3 der normalgefärbten Schlüpflinge.

Die letzte Verpaarungsmöglichkeit, ist die Verpaarung zweier Albinos, die ausschliesslich albinotische Nachkommen zur Folge hat.

AA= Albino
x
AA= Albino

x
A
A
A
AA
AA
A
AA
AA

 

 

 

FÜR DIE RICHTIGKEIT MEINER AUSFÜHRUNG ÜBERNEHME ICH KEINE GARANTIE
DIE ANGEGEBENEN ERGEBNISSE AUS DEN BEISPIELHAFTEN VERPAARUNGEN SIND
REIN-STATISTISCHE WERTE, UND KEIN GARANT FÜR DIE SCHLUPFRATE


^^nach oben^^